Eine Lohnverhandlung braucht mehr als eine einzelne Zahl. Bereite nachvollziehbare Gründe vor und kläre, welche Bestandteile das Angebot enthält. Die folgenden drei Schritte sind eine Gesprächshilfe, keine Garantie für einen höheren Lohn.
1. Vergleichswerte richtig einordnen
Salarium des Bundesamts für Statistik liefert eine statistische Lohnschätzung und eine Spanne für ein gewähltes Profil. Die Ergebnisse sind keine Lohnempfehlung und bestimmen nicht deinen individuellen Wert.
Prüfe, ob Tätigkeit, Branche, Region, Pensum und weitere Eingaben zur Stelle passen. Vergleiche keine Monatszahl mit einem Jahresangebot, ohne Zahlungsweise und Lohnbestandteile zu klären. Notiere die Annahmen hinter deinem Vergleich.
2. Den Stellenbezug belegen
Wähle zwei oder drei tatsächliche Erfahrungen, die zu den Aufgaben passen. Beschreibe, was du gemacht hast und welche Verantwortung du getragen hast. Erfinde keine Kennzahlen und leite aus dem Vergleich keine Zusage ab.
Fiktives Beispiel: Für eine koordinierende Rolle kannst du eine tatsächlich übernommene Einsatzplanung erläutern. Die Aussage «Ich habe die Wochenplanung für ein Team abgestimmt» ist nachvollziehbarer als «Ich bin mehr wert als andere». Verwende sie nur, wenn sie auf dich zutrifft.
3. Das Gesamtangebot klären
Frage nach fixem Lohn, variablen Bestandteilen, 13. Monatslohn, Pensum und weiteren vereinbarten Bedingungen. Bereite eine begründete Vorstellung und Rückfragen vor. Ob du zuerst eine Zahl nennst oder nach dem vorgesehenen Rahmen fragst, hängt vom Gespräch ab; es gibt keine universelle Reihenfolge.
Eine mögliche Formulierung: «Aufgrund der beschriebenen Aufgaben und meiner Erfahrung möchte ich über einen Jahreslohn von … sprechen. Welche Bestandteile sind in Ihrem Angebot enthalten?» Setze nur eine Zahl ein, die du selbst geprüft hast.
Dein nächster Schritt
Schreibe Vergleichsannahmen, zwei Erfahrungsbelege und drei offene Fragen auf. Prüfe ein anschliessendes schriftliches Angebot gegen das besprochene Gesamtpaket. Eine statistische Schätzung oder ein Gespräch ersetzt keine Vereinbarung.


