Ein Kurzprofil bündelt ausgewählte Angaben aus deinem beruflichen Weg am Anfang des CV. Es ist nützlich, wenn dadurch der Bezug zur gesuchten Stelle klarer wird. Es ersetzt weder die Stationen im Lebenslauf noch einen Nachweis deiner Fähigkeiten.
1. Entscheiden, ob das Profil etwas ergänzt
Die CV-Unterlagen der Universität Zürich führen das persönliche Profil als optionalen Bestandteil auf. Du kannst darauf verzichten, wenn es lediglich deine Stellenbezeichnungen wiederholt oder aus allgemeinen Eigenschaften besteht. Vorgaben der konkreten Bewerbung haben Vorrang.
Ein Profil kann beispielsweise den Zusammenhang zwischen zwei verschiedenen Tätigkeitsfeldern erklären. Dafür braucht es einen tatsächlichen Bezug: Welche Erfahrung aus deiner bisherigen Arbeit hilft bei der neuen Aufgabe? Die folgenden Beispiele sind Schreibübungen und keine Aussage darüber, wie alle Personalverantwortlichen entscheiden.
2. Drei Notizen vor dem ersten Satz
Schreibe diese drei Punkte zunächst getrennt auf:
- Arbeitsfeld: In welchem Bereich hast du tatsächlich gearbeitet oder gelernt?
- Beitrag: Welche zwei passenden Aufgaben hast du selbst ausgeführt?
- Zielbezug: Welche davon ist für die ausgeschriebene Stelle relevant?
Formuliere daraus als erste Fassung zwei bis vier kurze Sätze. Diese Länge ist eine Arbeitshilfe, keine Schweizer Vorschrift. Verwende nur Angaben, die du im weiteren CV oder im Gespräch erklären kannst. Wenn du erst in einen Bereich einsteigen möchtest, benenne diese Absicht und stelle sie nicht als vorhandene Berufserfahrung dar.
3. Fiktives Vorher-Nachher-Beispiel
Eine Person bewirbt sich aus dem Verkauf für eine Stelle in der Auftragsbearbeitung. Sie hat Kundenanfragen beantwortet, Bestellungen erfasst und offene Lieferungen mit dem Lager besprochen.
Vorher: «Ich bin eine motivierte, flexible und erfolgreiche Persönlichkeit mit viel Erfahrung und suche eine spannende Herausforderung.»
Nachher: «Erfahrung im Verkauf mit Schwerpunkt Kundenanfragen und Bestellerfassung. In meiner letzten Tätigkeit habe ich offene Lieferungen mit dem Lager abgestimmt. Diese Erfahrung möchte ich in die Auftragsbearbeitung einbringen.»
Die zweite Fassung nennt Arbeitsfeld, Aufgaben und Wechselziel. Sie behauptet weder eine Ausbildung in der Auftragsbearbeitung noch eine Umsatzsteigerung. Das Beispiel ist erfunden; kopiere keine Tätigkeiten oder Kenntnisse, die nicht zu deinem Weg gehören.
4. Ergebnisse nur nennen, wenn sie stimmen
Ein belegtes Ergebnis kann eine Aufgabe ergänzen. Dafür brauchst du einen passenden Zeitraum, die Bezugsgrösse und eine ehrliche Beschreibung deines Anteils. Fehlen diese Angaben, ist eine konkrete Tätigkeit oft die bessere Formulierung. Erfinde keine Prozentzahl, um den Text eindrucksvoller zu machen.
Auch Kurse oder Interessen sind nicht allein wegen ihres Alters nutzlos. Prüfe ihren Bezug zur Stelle und was du daraus tatsächlich anwenden kannst. Das Kurzprofil muss nicht alles aufnehmen. Einzelheiten können in den passenden Abschnitt des CV gehören. Die UZH-Empfehlungen zum Lebenslauf betonen die Anpassung an die ausgeschriebene Stelle und präzise Formulierungen.
5. Den Entwurf Satz für Satz prüfen
Mein Kurzprofil mit drei Prüfspalten überarbeiten
Schreibe jeden Satz auf eine eigene Zeile und ergänze daneben:
- Beleg: Welche Station oder konkrete Erfahrung trägt die Aussage?
- Stellenbezug: Welche Aufgabe aus dem Inserat passt dazu?
- Korrektur: Welches allgemeine Wort kann ich durch eine tatsächliche Aufgabe ersetzen?
Streiche oder präzisiere eine Aussage, wenn du keinen passenden Beleg findest. Lies die fertige Fassung laut und prüfe, ob du so auch im Gespräch sprechen würdest.
Vergleiche anschliessend Profil und CV: Stimmen Rollen, Zeiträume und Kenntnisse überein? Bleibt bei einem Wechsel deutlich, was bisherige Erfahrung und was dein Ziel ist? Ein Kurzprofil verspricht keine Einladung und ersetzt keine vollständige Bewerbung. Einen allgemeinen Einstieg zu PARAT findest du auf der PARAT-Startseite.


