Wenn du mit über 50 eine Stelle suchst, bringst du einen eigenen beruflichen Weg mit. Entscheidend für deinen Text ist, welche Erfahrungen zur ausgeschriebenen Aufgabe passen und wie du sie nachvollziehbar beschreibst. Du musst weder Jugendlichkeit darstellen noch aus deinem Alter eine besondere Stärke ableiten.
1. Von der Stellenanforderung zum Arbeitsbeleg
Wähle aus dem Inserat zwei konkrete Aufgaben. Notiere daneben, wann und in welcher Rolle du etwas Vergleichbares getan hast. Die Career Services der Universität Zürich empfehlen, Tätigkeiten nach ihrer Relevanz für die neue Stelle auszuwählen und den CV jeweils anzupassen. Die folgende Übung hilft dir, diesen Bezug mit eigenen Worten herzustellen.
Fiktives Beispiel: Eine Stelle in der Auftragsbearbeitung verlangt Kundenkontakt und Terminabstimmung. Eine Bewerberin hat in ihrer letzten Anstellung Bestellungen erfasst, Rückfragen telefonisch geklärt und Liefertermine mit dem Lager abgestimmt.
- Zu allgemein: «Langjährige Erfahrung und hohe Belastbarkeit.»
- Konkreter: «Bestellungen erfasst, Kundenrückfragen telefonisch geklärt und Liefertermine mit dem Lager abgestimmt.»
Die zweite Fassung braucht keine erfundene Kennzahl. Wenn du ein Ergebnis nennen kannst, prüfe Zeitraum, eigenen Anteil und Beleg. Ein Teamergebnis wird nicht automatisch zu deinem persönlichen Erfolg. Übernimm das Beispiel nur, wenn die Tätigkeiten tatsächlich zu dir gehören.
2. Den beruflichen Weg lesbar ordnen
Nenne Funktionen, Arbeitgeber und Zeiträume wahrheitsgemäss. Beschreibe relevante Stationen ausführlicher; ältere Tätigkeiten können kürzer ausfallen, wenn der Stellenbezug gering ist. Es gibt für diese Auswahl keinen allgemeinen Schnitt bei zehn oder fünfzehn Jahren. Eine ältere passende Erfahrung kann weiterhin wichtig sein. Erzeuge durch das Zusammenfassen keine irreführenden Zeiträume oder erfundenen durchgehenden Anstellungen.
Bei Softwarekenntnissen hilft eine konkrete Anwendung: «Excel für Bestellübersichten und Filter genutzt» sagt mehr über deine Praxis als «digital fit». Unterscheide tägliche Anwendung, Grundkenntnisse und eine Weiterbildung ohne anschliessende Berufspraxis. Ein modernes Programmlogo allein belegt keine Kompetenz. Wähle eine gut lesbare Gestaltung; eine schlichte Schwarzweiss-Vorlage ist kein Beleg für veraltete Fähigkeiten.
3. Weiterbildung mit einer klaren Frage prüfen
Kaufe nicht vorschnell einen Kurs, nur um Lernbereitschaft zu signalisieren. Schreibe zuerst auf, welche Aufgabe dir noch nicht vertraut ist. Eine konkrete Frage an eine Beratungsstelle oder einen Bildungsanbieter könnte lauten:
«In den Stellen, die ich anstrebe, wird die Pflege von Kundendaten in einem CRM verlangt. Ich habe bisher mit einer anderen Anwendung gearbeitet. Welche Kenntnisse fehlen mir konkret, und wie könnte ich sie praktisch üben?»
Prüfe Inhalt, Voraussetzungen, Zeitaufwand, Kosten und Anerkennung des Angebots. Die Seite Beratungsangebote von berufsberatung.ch nennt Laufbahnberatung für Standortbestimmung und Weiterbildung sowie viamia für Menschen über 40. Kläre Angebot und Bedingungen bei der zuständigen Stelle; bei Arbeitslosigkeit nennt die Seite das RAV als Anlaufstelle. Daraus folgt keine automatische Kursfinanzierung oder Zusage einer neuen Stelle.
4. Im Gespräch beim konkreten Beitrag bleiben
Bereite ein Beispiel vor, in dem du eine neue Aufgabe gelernt oder mit anderen zusammengearbeitet hast. Beschreibe Ausgangslage, deinen Beitrag und den tatsächlichen Verlauf. Vermeide pauschale Aussagen über ältere oder jüngere Teams.
Eine passende Rückfrage lautet etwa: «Welche Abläufe und Anwendungen müsste ich in den ersten Wochen kennenlernen?» Damit erhältst du Informationen für deine Entscheidung. Wenn dich eine Rückmeldung irritiert, halte die tatsächliche Aussage und den Kontext fest. Aus einer Absage allein lässt sich ihr Grund nicht sicher ableiten. Eine rechtliche Beurteilung eines konkreten Diskriminierungsverdachts ist eine eigene Frage.
5. Selbstcheck vor dem Versand
Fünf Fragen zu meinem Erfahrungsbeleg
- Welche konkrete Aufgabe aus dem Inserat greife ich auf?
- Welcher eigene Arbeitsvorgang belegt meine Erfahrung?
- Sind Rolle, Zeitraum und mein Anteil korrekt beschrieben?
- Trenne ich vorhandene Kenntnisse von meinem Lernbedarf?
- Kann ich das Beispiel im Gespräch ohne zusätzliche Erfindungen erklären?
Notiere eine Stelle in deinem Text, die du jetzt präzisieren möchtest. Wenn du PARAT kennenlernen möchtest, findest du den Einstieg auf der PARAT-Startseite.


